Timer denkt mit

In letzter Zeit bekomme ich bei der Filmentwicklung vernünftige Ergebnisse mit Semi-Stand, fünf bis sechs Intervalle à 15 Minuten. Und damit ich mir nicht selbst merken muss, in welchem Durchgang ich grade bin, hab ich mir dies ausgedacht:

Die digitale Zeitschaltuhr, von der ich in Werkstatt und Dunkelkammer mehrere in Betrieb habe, erlaubt das Einstellen von Minuten und Sekunden getrennt. Ich lasse also den Timer zuerst über 15 Minuten 0 Sekunden laufen und nach dem ersten Alarm stelle ich eine Sekunde höher; das wiederhole ich nach jedem Standintervall, bis die erforderliche Zahl erreicht ist. Muss man sich nur ein Mal einprägen, aber dann ist es selbstverständlich, zwischen Stop und Start jeweils auf Sec zu drücken … Und ich kann in den Standzeiten guten Gewissens an ganz was anderes denken.

Ein neuer Lieblingsfilm?

Quasi eine Fortsetzung des Beitrags „Strichfilme mit Zwischentönen“: Seinerzeit war ich ja zu dem Ergebnis gekommen, dass Strichfilme selbst bei weichest­möglicher Entwicklung für allgemeine Fotografie noch zu hart in den Kontrasten sind. Aber schön wärs halt schon, extrem niedrig­empfindliches, fein­körniges Material für meine Landschaftsfotografie zu haben.

Auftritt Orwo DN21: Dieser Film ist eigentlich für die Erstellung von Duplikatnegativen gedacht, aber ich hatte vom deutschen Vertrieb den Tipp bekommen, ihn mal für allgemeine Fotografie auszuprobieren. Das Ergebnis des ersten Pi-mal-Daumen-Tests finde ich ziemlich beachtlich:

Alles an diesem Probeschuss ist quick’n’dirty: Lichtmessung ergab für Blende 16 und angenommene ISO 3/6° eine halbe Sekunde, ich hatte trotz Mittagslicht kein Kontrastfilter für die Wolken drauf; entwickelt habe ich fünf Minuten in dem, was grade da war, nämlich in meinem Positiventwickler Maco Ecoprint, schon etwas abgestanden, und gescannt habe ich auf dem Flachbett mit billiger Glasscheibe drüber zum Planhalten. Trotz so viel Pfusch ein erstaunlich gutes Ergebnis: schöne Kontraste, genug Zeichnung in den hellen wie dunklen Partien, kaum sichtbares Korn, und der Detailreichtum ist geradezu sensationell.

Ich glaube, das wird mein neuer Lieblingsfilm …

Über die Grenzen des Papiernegativs

Wie hier schon mal erwähnt, ist Fotopapier als Negativ in der Großformat­kamera zwar eine preis­günstige und bequeme Alter­native zu Planfilm, aber bei hohen Kontrasten schnell überfordert. Nach einigen Hinweisen von Kollegen bei flickr habe ich jetzt mal was ausprobiert, um in solchen Fällen die Grenzen des Materials zu dehnen.

Die folgenden Beispielbilder sind nix Dolles, nur rasch aus der Küchen­tür geknipst. Verwendetes Papier ist „uraltes“ Orwo BN1-Baryt­papier, Format 7×10 in einem 9×12-Halter (daher die Ecken: In Ermangelung von Masken habe ich es mit Fotoecken in der Kassette fixiert).

Variante 1, Spotmessung auf die halb­schattigen Bereiche des Hauses, Belichtung für ISO 6 – Himmel völlig ausgefressen, unten zu dunkel:

Variante 2, Belichtung für ISO 3 den Schatten zuliebe, Grauverlaufs­filter zum Abdunkeln des Himmels (das aber nicht stark genug ist):

Variante 3, Stichwort „Preflash“ – Fotopapier vor der eigent­lichen Aufnahme, noch in der Dunkel­kammer, vorbelichten; in diesem Fall habe ich eine LED-Taschenlampe für einen Sekunden­bruchteil gegen die Decke aufblitzen lassen. Anschließend habe ich, wieder mit Grauverlauf, für ISO 12 belichtet. Et voilà – üppig Zeichnung im Himmel, aber auch in den dunklen Partien ist fast genug Information:

Ist natürlich Extra-Aufwand, aber überschaubar. Und die Ergebnisse sind mal wieder nicht exakt planbar, aber das erwarte ich von analogem Arbeiten auch gar nicht …

Strichfilme mit Zwischentönen

Bisher habe ich Strichfilm (Rollei ATO, Wephota FO5) haupt­sächlich benutzt, um mit speziellem Hochkontrast­entwickler meine Druck­vorlagen zu erstellen – für Buchdruck­klischees oder Tiefdruck­platten. Allerdings haben diese Filme ein paar charmante Eigen­schaften: Sie lassen sich bei Rotlicht verarbeiten und sind ziemlich niedrig empfindlich (ganz ähnlich wie Fotopapier, nur eben transparent auf extrem dünnem Träger, also leichter umkopierbar als Papier­negative). Somit könnte man sie auch benutzen, um Bilder mit der Anmutung alter Glas­negative zu erzeugen – dafür muss man aber Grautöne aus ihnen heraus­kitzeln, nicht nur Tiefschwarz und Transparent. Aber wie?

Dazu habe ich ein paar Experimente mit den paar Entwicklern gemacht, die ich sowieso im Haus habe (Rodinal, Maco Ecoprint und Rollei High Contrast), und alles penibel dokumentiert. Die Ergebnisse zeigen, bei teils nur geringen Abwei­chungen in der Verar­beitung, extreme Unterschiede (das Bild zeigt nur diejenigen Negative, die auf den ersten Blick halbwegs brauchbar wirkten):

Auf dem Leuchttisch käme man nun nicht drauf, dass das Bild oben links das beste ist, aber nach Einscannen und jeweils optimalem Umkehren in Photoshop war die Sache klar. Das nächste Bild zeigt (v.l.n.r.) Ausschnitte der Negative 6 / 8 / 3 (siehe Beschriftung jeweils untere Bildmitte):

Man sieht in der Großansicht recht deutlich, dass in allen Negativen, die vordergründig „richtig“ entwickelt sind, die Konturen überstrahlen, was sich ungünstig auf die Schärfe auswirkt.

Anders gesagt: Damit ich scharfe, tonal fein abgestufte Negative erhalte, muss ich den FO5 so verarbeiten, dass er auf den ersten Blick unterbelichtet und / oder unterentwickelt aussieht. Da es ja nur der Ausgangspunkt ist, kann man das in den folgenden Schritten kompensieren. Aber zuerst noch mal zur Schärfe – rasche Umkehrung des Negativscans, noch ohne Optimierung der flaueren Passagen:

Schauen wir mal genauer hin:

Und jetzt bei 100%-Darstellung des 2400-dpi-Scans:

Das finde ich schon ziemlich beeindruckend für ein Negativ, das mit meinen einfachen Mitteln entstanden ist …

Und wie habe ich dieses Negativ nun verarbeitet? Belichtet habe ich den FO5 wie ISO 0,8/0°. Entwickelt habe ich in Rodinal 1:200 in der Schale, eine Minute kippeln und dann 15 Minuten stehen lassen. Stoppbad und Fixierer wie üblich. Stärkere Konzentration, eine Stunde Standentwicklung oder auch Entwickeln in verdünntem Papier­entwickler führten schnell zu besagten Über­strahlungen, ebenso Zweitentwicklung in RHC, und sei es nur ein paar Sekunden. Noch zu testen bleibt, ob ein Zweitbad in stark (!) verdünntem RHC die Tiefen verstärkt, ohne zu überstrahlen.

Und eine Empfindlichkeit von 0 DIN ist natürlich für bestimmte Zwecke sensationell. Das bedeutet eine Sekunde Belichtung, wo mit 21 DIN 1/125 fällig wäre – noch ein Graufilter dazudenken, und man kommt auf Belichtungszeiten, in denen fließendes Wasser nur noch ein watteweicher Pinselstrich ist.

Ein paar Tage später:
Die Testaufnahmen waren ja im Innenraum gemacht, also mit vergleichsweise überschaubarem Kontrastumfang. Mittlerweile habe ich auch ein paar Vergleichsaufnahmen draußen gemacht, und da wird es schnell heikel. Wenn ich den FO5 so weich wie möglich entwickle (also wie oben beschrieben), ist er immer noch deutlich härter als mein üblicher Fomapan – nachfolgend zwei Ausschnitte eines Fotos bei bedecktem Himmel, bei Sonnenschein ist der Unterschied noch deutlich krasser. Links Foma 320, Kontrast des Negativs in der EBV noch verstärkt, rechts FO5, in Photoshop so weich wie möglich wiedergegeben. Das ist zwar noch ganz hübsch alles, aber praktischer ist es doch, wenn der Film erst mal weich ist – härter bekomme ich den Scan oder Abzug immer, umgekehrt wird schwierig.

Jedenfalls lautet mein vorläufiges Fazit, dass ich den Strichfilm bildmäßig nur bei sehr trübem Wetter, quasi im dichten Nebel, einsetzen sollte. Für feine Nuancen bei Sonnenlicht ist er zumindest mit meinen Möglichkeiten nicht so gut geeignet.

Reale Relativität

Wer daran zweifelt, dass Zeit dehnbar ist, der sollte einmal einen Schwarz­weißfilm in der Schale entwickeln …

Normaler­weise habe ich ja meinen Standard­prozess für die Film­entwicklung, aber für die größeren Planfilme ab 5×7 Zoll war ich damit noch nicht recht glücklich. Denn anders als für 4×5 Zoll habe ich hier keine geeig­nete Spule und bin daher im Tages­lichttank auf die sog. Taco-Entwicklung angewiesen. (Die geht so: Planfilm aufrollen, Gummiring drum, rin in die große Dose, vier Stück passen neben­einander rein.) Weil aber auch Stand- und Semistand­entwicklung nicht ohne einiges Kippen auskommen, löst sich gelegentlich mal eine Taco-Rolle, und das Ergebnis sind üble Kratzer bis hin zur Unbenutzbarkeit. Da ich gerade zwei Dutzend 5x7er zu entwickeln hatte, habe ich jetzt was anderes probiert: Einzelblatt-Entwicklung* in der Schale.

Weil nun aber Schwarzweiß­filme (zumindest die panchro­matischen, also alle „normalen“) anders als Fotopapier übers ganze Spektrum empfindlich sind, muss der gesamte Prozess vom Entnehmen aus der Kassette bis mindestens zum Fixierbad in absoluter Dunkel­heit stattfinden.

Man platziert also alles, was man braucht, griff­bereit, klemmt sich einen Timer, dessen Funktionen man blind steuern kann, an die Schürze, befüllt die Schalen vom Vorwässern bis zum Fixierer (der Entwickler sollte für diesen Zweck natürlich kein One-Shot wie Rodinal sein – ich habe hier einen etwas stärker verdünnten Papierentwickler verwendet), legt die (vorne möglichst weichen) Zangen an immer dieselbe Stelle der Wannen und lernt auswendig, wie viele Schritte in welche Richtung es vom Arbeitstisch bis zum Wasserhahn sind, denn es wird nicht ausbleiben, dass öfters mal gründliches Hände­waschen angezeigt ist … Dann Licht aus und Nerven bewahren!

Auf diese Weise habe ich heute in einem Rutsch ein Dutzend Planfilme ohne nennens­werte Panne entwickelt (aber: siehe unten) – dafür war ich andert­halb Stunden lang im absoluten Dunkel, es hat sich allerdings angefühlt wie ein halber Tag. Dieselbe Zeitspanne auf die Internet-Recherche nach geeigneten Planfilm-Entwicklungs­methoden verwendet verstreicht gefühlter­maßen vier oder fünf Mal so schnell …

Aufnahmen mit der Holzkamera am Brodtener Ufer, in der Schale entwickelt. Keine Ahnung, woher dieser helle Schleier kommt …

Nachtrag, als auch das zweite Dutzend Filme entwickelt ist: Auch die Schale hat ihre Tücken. Ich habe insgesamt weniger Kratzer als mit der Taco-Methode, aber dafür vereinzelt schlierige Unregel­mäßigkeiten bei der Entwicklung. Nach ersten Recherchen tippe ich auf unzurei­chende Bewegung, obwohl ich genau darauf schon sorgfältig geachtet hatte. Nächstes Mal also beherzt Überschwappen riskieren – oder doch wieder wickeln zum Entwickeln …?

In dieser Form wohl kaum brauchbar – am ehesten noch für eine Cyanotypie auf raues Papier, aber sicher nicht für eine direkte Vergrößerung.

* man liest auch manchmal Anleitungen, in denen mehrere Blatt Film auf einmal in die Entwicklerschale kommen. Aber das ist mir unsympathisch – erstens kann man sich dann mit den Entwicklungszeiten leichter vertüdeln und zweitens steigt wieder das Kratzerrisiko.

Mehr Bilder aus dieser Aufnahmereihe gibt es hier.

Dunkelkammertuning (2)

Fast schon bedaure ich es, dass es mir genauso viel Spaß macht, an Geräten herum­zu­basteln und Werkzeuge zu opti­mieren, wie mit diesen Werk­zeugen letzt­lich zu arbeiten … Die knappe Freizeit auch noch auf verschie­dene Hobbys aufzu­teilen ist manchmal eine Qual. Dafür hat sich im Foto­labor jetzt wieder ein bisschen was an den Arbeits­bedingungen verbessert:

Ich war nämlich nicht recht glück­lich damit, das 150er Repro-Objektiv fest in den Großformat-Vergrößerer einge­baut zu haben: Schließ­lich ist das auch sehr nützlich als leichtes Weit­winkel für die Holz­kamera. Deshalb habe ich jetzt doch noch mal gefrickelt, um das originale 210er Schneider-Componon so einzu­bauen, dass es scharf auf die Grund­platte projizieren kann.

Wie sich heraus­stellte, musste ich den Auszug um ca. 4 Zenti­meter vergrößern, um das Objektiv bei den unter­schied­lichsten Höhen­einstellungen der Säule verwenden zu können. Das habe ich an zwei Stellen realisiert:

Zum einen sitzt nun noch ein Hartgummi­ring geeig­neten Durch­messers zwischen Objektiv und Tubus,

und zum anderen habe ich mir den Umstand zunutze gemacht, dass bei den Omega-Vergrö­ßerern der Leuchten­kopf nebst Negativ­bühne nur lose und drehbar auf dem Korpus aufliegt: Hier habe ich kurzerhand mit Aluminium-Klischee­trägern aus dem Setzregal aufgebockt. (Die ich sicher­heits­halber mit Montage­kleber fixiert habe.)

In diesem Setup ergeben sich Abbildungs­maßstäbe von knapp über 1:1 bis ca. 2,5:1, d.h. ein 9×12-Negativ erreicht ca. DIN A4, ein 13x18er etwa A3. Das ist ungefähr vergleichbar mit der vorherigen Konstruktion, außer dass ich mich jetzt tiefer zur Grundplatte bücken muss; dafür lässt ein 5,6/210 sich besser feinfokussieren als ein 9,0/150. Jedenfalls genügt mir der Arbeitsbereich – für größere Papier­formate als 30×40 wäre es in meiner Dunkel­kammer sowieso zu eng. Und mit dem nied­lichen 150er kann ich jetzt endlich wieder foto­grafieren …

Verheißungs­volles Fotodruck­verfahren

Ich komme der Sache näher …

Die wesent­liche Änderung gegen­über dem vorigen Mal ist, dass hier die Träger­platte keine vorkonfektio­nierte Nyloprint- bzw. Flexo­platte ist, sondern eine nackiche Polystyrol-Bastelplatte, auf die ich recht­zeitig vor der Belichtung eine UV-empfind­liche Folie laminiert habe. Diese wird nach dem Aufbe­lichten des geras­terten Positivs in Natron­lauge „entwickelt“, mit Essig fixiert und unter erneuter UV-Einstrah­lung gehärtet. Die später druckenden Bereiche sind anschließend vertieft in die Folien­ober­fläche der Platte einge­arbeitet. Ganz ähnlich wie bei einer klassisch geätzten Kupfer- oder Zink-Tiefdruck­platte also, nur ohne die scharfe Säure – weshalb man dieses Verfahren im englischen Sprach­raum als Non-Toxic Intaglio Print­making kennt.

Auf Deutsch lässt sich auch was darüber finden, vor allem auf der sehens­werten Website von Martin Sander. Dem dort unter Technik beschrie­benen Procedere ungefähr folgend, ist das oben gezeigte Bild also meine erste „ungiftige Foto­radierung“ in diesem Sinne. Nur das Positiv habe ich natür­lich nicht mit dem Tinten­strahler gemacht (so was habe ich gar nicht*), sondern konven­tionell in der Dunkel­kammer: Das 9×12-Negativ habe ich auf einen A4-Bogen Strich­film vergrößert und dabei im Kontakt ein 133er Raster mitbelichtet. Meine Version des Prozesses ist also bis zum End­ergebnis 100% analog.

Die Mehr­farbigkeit erzeuge ich in diesem Fall beim Färben der Druck­form, es ist also nur ein Durch­gang durch die Presse nötig. Auf diese Weise entstehen zwangs­läufig Unikate: Von bisher acht Drucken von dieser Platte sehen keine zwei auch nur ähnlich aus.

* wozu auch – lohnt sich einfach nicht, wenn man ihn nicht permanent in Betrieb hat. Für gelegent­lichen Bedarf ist man besser dran, die Drucke bei einem neuzeit­lichen Fotolabor in Auftrag zu geben.

Dunkelkammer­tuning (1)

Der kleinere meiner beiden alten Schwarzweiß-Vergrößerer ist fürs 6×6-Format ausgelegt und hat in Sachen Negativ­­halterungen ein paar Nach­teile: Eine Bühne für 6×6-Vorlagen war gar nicht dabei (die habe ich bisher mit Pappe impro­visiert), und der Träger für Klein­bild­negative

hat wie die meisten seiner Art­­genossen* nur einen Ausschnitt von 23×35 mm, man kann das Negativ also nicht einschließ­­lich seines Randes vergrößern.

Das war ein Fall für die Metall­­verarbeiter meines Vertrauens:

Dort habe ich zwei Stahl­­bleche mit entspre­­chenden Aus­schnitten fertigen lassen, einmal für Kleinbild (innen 26×38 mm) und einmal – ohne vorher zu wissen, welchen Kreis der Vergrö­ßerer effektiv aus­leuchtet – für 6×7, also innen 58×74 mm (beide hinten im Bild):

Gewonnen: Kleinbild funk­tio­niert erwartungs­­gemäß super – vor allem, wenn man sauberer zentriert als hier im Test –,

und ein 6×7-Negativ wird in der Projek­tion nur an den aller­­äußersten Ecken „angenagt“,

es ist also zumindest so vergrö­ßerbar wie mit einer konven­­tionellen Negativ­­bühne (und 6×6 wird perfekt einschließ­­lich Rand nutzbar sein).

* eine Ausnahme stellen die Leica-Vergrö­ßerer dar, aber die findet man normaler­­weise nicht für 30 Euro inklu­sive Objektiv …

Fortschritte beim Fotodruck

Im Prinzip ist es also mit meinen Bord­mitteln möglich, eine Radierung nach einer aufge­rasterten Foto­vorlage anzu­fertigen:

Dies ist mein aller­erster leidlich erfolg­reicher Versuch, ich habe dabei (weil ich so aufge­regt war, als ich merkte, so könnte es klappen) die einzelnen Arbeits­schritte nicht foto­grafisch doku­mentiert; das kommt dann nächstes Mal. Hier zumindest eine unge­fähre Beschrei­bung des Ablaufs:
Ausgangs­punkt ist ein 9×12-Motiv, das ich in meiner Werk­statt auf 100-ASA-SW-Film aufge­nommen habe und das nach normaler Verar­beitung etwa so aussieht:


Das Negativ habe ich zusammen mit einem Raster­film (133er) im Kontakt auf ein gleich großes Blatt Strich­film kopiert und diesen in Hoch­kontrast-Chemie entwickelt.
Das resul­tierende aufge­rasterte Positiv habe ich unter UV-Licht auf ein Stück Photo-Polymer (vulgo Nyloprint) belichtet und diese Platte nur sehr kurz ausge­waschen. (Die dunkelsten Passagen des Motivs sind trotzdem komplett wegge­waschen und konnten deshalb im Tiefdruck keine Farbe mehr über­tragen. Das sieht man überall da, wo dunkle Partien plötz­lich ins Weiß brechen.)
Und nach dem Aushärten des Polymers habe ich es behan­delt wie eine konventio­nelle Tiefdruck­platte – also Farbe einreiben, Ober­fläche blank wischen und dann per Radier­presse auf gefeuch­tetes Bütten­papier übertragen. Resultat siehe oben.

Wie so oft hier: Verbesserungs­potenzial ist im Übermaß vorhanden. Aber die Technik funktio­niert grund­sätzlich, und ich habe zumin­dest eine Idee, an welchen Stell­schrauben ich nach­regeln muss, um die Sache zu opti­mieren.

Neues Licht für den neuen Alten

Schneller als geplant – dank kompetenter Unter­stützung (herzlichen Dank, M.!) – hat der 13×18-Vergrößerer eine neue Licht­anlage bekommen. Und zwar haben wir ausgehend von einigen Anlei­tungen, die man für solche Basteleien im Internet findet, beschlossen, dass wir zur Vermeidung von Hotspots lieber mehr schwächere Licht­quellen auf engerem Raum verbauen.

Deshalb haben wir keine einzelnen LEDs verlötet, sondern Flexlights – in vorge­gebenen Abständen kürzbare selbst­klebende LED-Lichtbänder:

Dies sind 10 Abschnitte à 15cm, die wir auf eine dünne Stahl­platte aufgeklebt haben. Die wiederum wurde auf die Original-Platte geschraubt, die ursprünglich die Kaltlicht­röhren nebst zugehöriger Elektronik getragen hatte. Der Starter für die Flexlights, hier nicht im Bild, passt bequem auf die andere Seite der Platte und das Ganze dann perfekt ins Gehäuse.
Durch die Löcher, in denen früher die vier Röhren-Starter gesessen hatten, bekommt das Ensemble reichlich Luft, aber weil sich das Licht jetzt auch über den normalen Duka-Timer schalten lässt, wird es ohnehin nicht allzu heiß da drin. Dabei ist die Hellig­keit sehr viel besser als früher, wodurch vor allem das Fokussieren deutlich angenehmer wird.
Die neulich ebenfalls vorge­stellten Glas­scheiben-Negativhalter bewähren sich übrigens auch – ich kann jetzt alle Filmformate bis 13×18 mit Original-Rand abziehen:

2x dasselbe (9×12-)Negativ, oben für Gradation 0 gefiltert, unten für 4, jeweils auf Adox MCP 312. Zumindest erkennt man einen Unterschied, wenn er für meinen Geschmack auch größer sein könnte. Die 6500K-LEDs sind also offensichtlich nicht ganz verkehrt, haben aber vermutlich nicht die optimale Farbtemperatur …