Vier Fehler in 48 Stunden

Dies ist ja ein service­orientiertes Blog, will sagen: Ich mache möglichst jeden Fehler mal und schreibe dann drüber, damit ihr ihn nicht mehr machen müsst. Und mit Großformatkameras kann man ja besonders viel falsch machen … Neulich war ich an zwei aufeinander folgenden Tagen mit der Großen unterwegs und habe gleich mehrere Böcke geschossen. Nämlich diese:

1. Vergessen, dass die Mattscheibe zwar 4×5 inch (10×12,5 cm) zeigt, aber die Kassette nur 9×12 cm groß ist, was in viel zu engem Ausschnitt resultiert.

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Nahlinse statt Objektiv

Ein neues Experiment zur Bilderzeugung mit ungewöhnlichen Mitteln: Nahlinsen, die man zur Verringerung des Aufnahmeabstands wie Filter vor ein Objektiv schraubt, sind im Prinzip auch Objektive, wenn auch nur solche mit einer bis zwei Linsen (und entsprechenden Abbildungsfehlern). Somit haben sie auch eine definierte Brennweite, nämlich 1000 / Dioptrienwert.

Eine Nahlinse +3 hat demnach 333mm Brennweite; mit 33,3 cm Balgenauszug fokussiert sie also auf Unendlich, mit mehr Auszug entsprechend näher. Und wenn man zwischen Linse und Film abdichtet und ein Loch definierten Durchmessers ausspart (etwa mit einer Objektivplatine), hat man eine exakt berechenbare Blende, bei 15mm beispielsweise f/22 (333 / 15), und kann damit prima fotografieren.

Beweis gefällig?

Dieses Bild habe ich mit dem abgebildeten „Objektiv“ und der 4×5-Inch-Kamera aufgenommen, bei Mittagslicht auf Duplizierfilm niedriger Empfindlichkeit mit etwa vier Sekunden Belichtungszeit:

Ein Detail aus dem Scan, 2000x2000px:

Man sieht deutlich gewisse Weichzeichner-Effekte, insbesondere an den hellen Kanten, die Schärfe ist nicht atemberaubend, aber die Kontraste sind durchaus brauchbar.

Hier zum Vergleich dasselbe Setting mit einem echten 300-mm-Objektiv, einem Apo-Ronar, ebenfalls bei f/22:

Und wieder ein 2000×2000-Ausschnitt:

Klar, das Große zeichnet insgesamt schärfer, detailreicher, liefert weniger Fehler; aber die Nahlinse hat auch ihren Charme. Wenn man mal mit kleiner Großformat-Ausrüstung unterwegs ist, hat man mit minimal Extragewicht und Platzbedarf noch ein Notfall-Objektiv mit engerem Bildwinkel an Bord …

Über die Grenzen des Papiernegativs

Wie hier schon mal erwähnt, ist Fotopapier als Negativ in der Großformat­kamera zwar eine preis­günstige und bequeme Alter­native zu Planfilm, aber bei hohen Kontrasten schnell überfordert. Nach einigen Hinweisen von Kollegen bei flickr habe ich jetzt mal was ausprobiert, um in solchen Fällen die Grenzen des Materials zu dehnen.

Die folgenden Beispielbilder sind nix Dolles, nur rasch aus der Küchen­tür geknipst. Verwendetes Papier ist „uraltes“ Orwo BN1-Baryt­papier, Format 7×10 in einem 9×12-Halter (daher die Ecken: In Ermangelung von Masken habe ich es mit Fotoecken in der Kassette fixiert).

Variante 1, Spotmessung auf die halb­schattigen Bereiche des Hauses, Belichtung für ISO 6 – Himmel völlig ausgefressen, unten zu dunkel:

Variante 2, Belichtung für ISO 3 den Schatten zuliebe, Grauverlaufs­filter zum Abdunkeln des Himmels (das aber nicht stark genug ist):

Variante 3, Stichwort „Preflash“ – Fotopapier vor der eigent­lichen Aufnahme, noch in der Dunkel­kammer, vorbelichten; in diesem Fall habe ich eine LED-Taschenlampe für einen Sekunden­bruchteil gegen die Decke aufblitzen lassen. Anschließend habe ich, wieder mit Grauverlauf, für ISO 12 belichtet. Et voilà – üppig Zeichnung im Himmel, aber auch in den dunklen Partien ist fast genug Information:

Ist natürlich Extra-Aufwand, aber überschaubar. Und die Ergebnisse sind mal wieder nicht exakt planbar, aber das erwarte ich von analogem Arbeiten auch gar nicht …

Besser als ein Objektiv-Adapter

Wenn sehr kleine Objekte zu fotografieren sind, verwende ich dazu gern ein Vergrößerungs­objektiv am Balgen­gerät. Nun hat mein Balgen einen Nikon-Anschluss, während Dunkelkammer-Optiken traditionell ein M39-Gewinde haben. Das könnte man zwar mit einem Adapter über­brücken, aber es geht noch besser:

Und zwar mit Fotoknete, die schon seit Jahren zu meinen wichtigsten Foto­utensilien gehört. Was daran besser ist als an einem Adapter? Ganz einfach – man ist nicht drauf fest­gelegt, das Objektiv exakt parallel zur optischen Achse zu montieren, sondern kann es ein paar Grad ver­schwenken (so genannter Tilt):

Damit lässt sich die Lage der Schärfe­ebene hervor­ragend so modifizieren, dass ein größerer Bereich des Motivs in die Schärfe kommt, was bei extremen Makros mit winziger Schärfen­tiefe sehr wichtig sein kann. Siehe diese beiden Beispiel­fotos – die Perspektive ist nicht exakt identisch, aber der Effekt ist einiger­maßen repräsentativ:

Dieses chinesische Schrift­zeichen als Monotype-Letter ist etwa 3mm groß, ich habe beide Bilder bei Blende 8 in leicht schräger Aufsicht fotografiert. Beim ersten saß das Objektiv „ordnungs­gemäß“ auf dem Balgen, beim zweiten war die Objektiv­ebene ein wenig in Richtung der Motivebene verschwenkt.

Im Idealfall treffen sich gedachte Bild-, Objektiv- und Motivebene in einem Punkt, siehe Wikipedia. In der Praxis wird man das, zumal bei so winzigen Motiven, nicht exakt steuern können, aber da ich hier mit einer Digital­kamera fotografiert habe, konnte ich den Effekt direkt am Monitor überprüfen.

(Gestalterisch finde ich die geringe Schärfen­tiefe übrigens attrak­tiver; aber hier ging es um dokumen­tarische Zwecke, dahinter hat die Schönheit zurückzustehen.)

Graufilter bei Verschlussproblemen

Wenn man mit Jahrzehnte alten Kameras fotografiert, wird man früher oder später mit Unregel­mäßigkeiten in der Verschlusszeit-Steuerung konfrontiert werden – ob Zentral- oder Schlitz­verschluss, die Genauigkeit der einge­stellten Zeiten lässt dann zu wünschen übrig. Und selbst mit Schwarz­weißfilm ist es nicht egal, ob eine Dreißigstel Sekunde in Wirklichkeit eine Achtel ist oder (schlimmer) umgekehrt.

Solche Sachen lassen sich zwar in der Regel reparieren, aber wenn man es nicht selbst kann (und ich schaue mir solche Sachen zwar in der Regel von innen an, aber Verschlüsse überfordern mich meist), dann wird es schnell sehr teuer. Und für die wenigsten histo­rischen Knips­maschinen sind mehrere hundert Euro Reparatur­kosten gerecht­fertigt, leider.

Aber solange sich der Verschluss noch in der B-Stellung öffnen lässt, kann man die Kamera noch sinnvoll verwenden. Und zwar bei jedem Licht – mit starken Graufiltern (auch ND-Filter für Neutraldichte genannt). Interessant sind solche ab logarithmischer Dichte 2,0, das entspricht einer nötigen Belichtungs­zeit­verlängerung um Faktor 100: Wo ohne Filter 1/30 fällig wäre, müssen es dann 3 Sekunden sein (bzw. 6 bis 8 oder noch mehr, je nach Film, unter Berück­sichtigung des Schwarzschild-Effekts).

Auf dem extrem hakeligen Tuchverschluss meiner alten Reisekamera montiertes ND2,7-Filter, Belichtungs­zeit­verlängerung x400
Unterwegs finde ich es hilfreich, einen Spickzettel für die Umrechnung dabeizuhaben

Auf dem zweiten Bild sieht man auch meine Notizen zum Schwarzschild-Effekt (gültig für meinen Standardfilm Fomapan 100). Die Tabelle sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus:
rechnerisch 1 Sekunde -> Belichtung zwei Sekunden oder 1 Blende öffnen
rechnerisch 10 Sekunden -> Belichtung 50 Sekunden oder 2 Blenden öffnen
rechnerisch 100 Sekunden -> Belichtung 1200 Sekunden oder 3 Blenden öffnen
Die Diskrepanz (drei Blenden öffnen entspricht Faktor 8, nicht 12) ergibt sich daraus, dass bei weiterer Verlän­gerung der Belich­tungszeit der Schwarzschild-Effekt noch stärker wird, das ist also eine Art Zinseszins-Kompensation.

Übrigens gibt es, wenn man nur mit Schwarz­weißfilm arbeitet und es um eher große Objektive geht, noch eine sehr preis­günstige Alternative zum ND-Filter: Schutzglas für Schweißer­brillen! Das wird in unter­schied­lichen DIN-Klassen angeboten, ich habe eins in DIN13, was sich in *ungefähr* 13 Blenden oder Verlängerungs­faktor 10.000 übersetzt (eher noch etwas mehr). Darauf habe ich einen Filter­adapterring mit 82mm Außengewinde geklebt, um das Glas direkt auf dem Weitwinkel der Großformat­kamera benutzen zu können.

Hier erkennt man, warum sich Schweißglas nur für SW-Film eignet – der Farbstich ist brutal. Aber 30 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 2,0 am hellichten Tag sind für entsprechende Motive natürlich charmant; nur der Wind darf nicht so stark sein wie hier

Aus all dem wird klar: Schnappschüsse klappen so nicht mehr. Aber mit Stativ und Drahtauslöser (oder notfalls Pappe davor – Pappe weg) kann man so auch mit der klapprigsten Kamera immer noch fotografieren. Und Bewegungs­unschärfe in Laub, Wasser oder bei Passanten im Bild gibt so einem Foto immer noch etwas Patina extra – schließlich brauchten Urgroßvaters Glasplatten auch solche Belichtungs­zeiten …

Bilder vom Pinholeday 2018

Ein kleiner Anleitungs­artikel über die Fotografie mit der Camera obscura, der Lochkamera, wäre hier beizeiten auch mal fällig – das ist eine wunderbar einfache Methode, die Bild­produktion zu entschleunigen und dabei zu sehr poetischen Resultaten zu gelangen.

Weil ich gerade aber wenig Zeit habe, kommt heute erst mal eine kleine Bilder­sammlung – einschließlich Making-ofs – mit Motiven, die ich am diesjährigen Welt-Lochkameratag aufgenommen habe. Der Pinholeday findet immer am letzten Sonntag im April statt, und bis Ende Mai kann man dann sein Foto in der Galerie einreichen.

Mein Galeriebeitrag 2018 ist diese Aufnahme, entstanden noch relativ früh am Morgen (ich wollte bei niedrigem Bildausschnitt die Sonne mit im Bild haben):

Aufgenommen ist das Ganze (15 Minuten lang durch ein 1/3mm großes Stecknadel-Loch bei 95mm Bildweite, das entspricht ca. Blende f/280) mit einer selbst­gebauten Holzkamera, die 13×18-Planfilm­kassetten schluckt:

Das zweite Bild in der Kassette war dann wenig später dieses hier:

Sicherheitshalber hatte ich noch eine zweite Kamera dabei, nämlich eine modifizierte Agfa Clack 6×9:

Bei acht Bildern, die auf einen Rollfilm passen, habe ich es zwei Mal geschafft, das Transportieren nach der Aufnahme zu vergessen, was natürlich zu Doppel­belichtung führt. Das war im Nachhinein aber beide Male gar nicht schlimm:

(Der interessanteste Ausschnitt im zweiten Bild sind die Häuser in den Bäumen:)

Hier noch drei „ungedoppelte“ Motive von der Rolle:

Und hier die Clack, während sie die Waldszene aufnimmt:

Der Film war in beiden Formaten Fomapan; die Planfilme habe ich in Rodinal 1:50 in der Schale entwickelt, den Rollfilm in 1:100 mit Standentwicklung. Leider finde ich bei letzterer neuerdings öfters mal Schlieren auf den Negativen, etwa solche:

(Weshalb ich inzwischen wieder dazu übergehe, doch lieber 1:50 zu verdünnen und nur rund 15 Minuten mit regelmäßiger Bewegung zu entwickeln.)

***

Und weil man ja vorher nicht sicher weiß, ob die Entwicklung klappt, hab ich am Mittag des Pinholeday auch noch ein paar Bilder mit der Digitalkamera durch einen gebohrten Gehäuse­deckel gemacht. Die Effekte der Sonne direkt im Bild sind nämlich bei der Lochkamera­fotografie auch sehr attraktiv:

Zwei Ideen zum Fachkamera-Tuning

Wer zum Fotografieren in die Natur geht und dabei Planfilme belichten will, der verwendet normalerweise eine Laufbodenkamera wegen ihres günstigen Packmaßes. Mein „richtiges“ Großformat-System (neben der antiken hölzernen Schönheit) ist allerdings aus diversen Gründen eine optische Bank; und weil ich die nicht immer komplett zerlegen möchte, um sie in einen Rucksack packen zu können, habe ich mir was ausgedacht:

Das Problem der Cambo SC ist, dass sie selbst bei Montage auf dem kurzen Grundrohr in allen drei Dimensionen mindestens 30 cm misst und einen entsprechend großen Koffer braucht. Da solche Grundrohre aber zu teuer sind, um sie zu zersägen, habe ich mal nachgemessen: Der quadratische Querschnitt hat eine Seitenlänge von exakt einem Zoll, also 25,4 mm. Nun bekommt man in D bei jedem einschlägigen Metallbetrieb Vierkant-Aluminium 25×25 mm im Zuschnitt für kleine einstellige Eurobeträge; davon habe ich mir zwei Stücke in 16 cm Länge zuschneiden lassen und noch Endstopfen mitbestellt.

Zum Einpacken der Kamera schiebe ich beide Standarten nacheinander vom Grundrohr herunter und aufs neue drauf, der Balgen muss dabei nicht demontiert werden; den Bankhalter setze ich 90° versetzt auf, dann lässt sich alles noch näher zusammenschieben:

Jetzt ist das Ganze, flach hingelegt, selbst mit angesetztem 90er Weitwinkel nur noch knapp 20 cm hoch und passt in den Fotorucksack, ein paar Kassetten und der Belichtungsmesser noch daneben. Wenn man nicht in den Makrobereich will, reicht fürs 90er das Transport-Rohr sogar für den Auszug, man muss das größere Rohr dann gar nicht mitnehmen. (Die Standarten sitzen auch auf dem neuen Alurohr ziemlich straff, man muss nur ein bisschen beim Fokussieren aufpassen, weil ja die Sperrknöpfe am Ende fehlen.) Und schon hat der Terminus Mit kleiner Ausrüstung unterwegs sein ganz neue Bedeutung …

***

Das andere Ende des Spektrums ist erreicht, wenn man mit sehr langen Brennweiten und/oder im extremen Nahbereich arbeiten möchte; dann ist auch das 54er Grundrohr nicht lang genug. Aber beim Metallbauer gibt es ja auch 30x30er Vierkantrohre mit 2 mm Wandstärke, da passt ein zölliges Grundrohr prima rein – man erkennt die Idee schon:

Hier habe ich auf gegenüberliegenden Seiten (um nicht zwei Stresspunkte direkt nebeneinander im Material zu haben) leicht versetzt je ein Loch für den Sperrknopf gebohrt und habe jetzt einen hinreichend soliden Verbinder.

Dann muss man nur noch eine 9×12-Konfiguration ohne Mattscheibenrückteil

mit einem 13×18-Aufbau ohne Objektivplatine kombinieren (nicht vergessen, je ein Stativ unter jede Hälfte zu packen …),

und schon hat man eine Kamera, neben der all die Superteles hinterm Fußballtor ziemlich mickrig aussehen:

Wenn man beispielsweise bei diesem Setup ein 600mm-Reproobjektiv montiert,

kommt man mit balgenschonendem Gesamtauszug von „nur“ 90 cm auf einen Abbildungsmaßstab von 1:2 bei einer Gegenstandsweite (lichter Abstand vom Motiv zum Objektiv, vereinfacht gesagt) von 1,8 Metern. Theoretisch traumhafte Werte für die Libellenfotografie – gäbe es da nicht beim Arbeiten mit der Fachkamera das eine oder andere Tempo-Handicap …

Papiernegativ ist das neue Polaroid

Sofortbild feiert in den letzten Jahren zwar eine Renaissance, aber leider nur in Spielzeug­formaten. Wer noch ein Polaback für Großformat­rückteile hat, wird fürs Verbrauchs­material meist nur noch zu obszönen Preisen bei schwindeligen Internet-Quellen fündig. Wenn es nur um Schwarzweiß geht, gibt es allerdings eine Alternative fürs schnelle Bild: Man packt einfach Foto­papier in die Planfilm­kassette.

Das ist im Bildergebnis zwar nicht dasselbe (nicht mal ansatz­weise), aber es hat auch seinen Charme: Weil nämlich die Empfind­lichkeit von Fotopapier im einstelligen ISO-Bereich liegt und das Material – zumindest das festgradierte – üblicher­weise nicht für Rot sensi­bilisiert ist. Damit sind die Tonalität und die Belichtungs­zeiten ähnlich denen alter Glasplatten wie zu Urgroß­vaters Fotozeiten.

Ein so belichtetes Negativ kann man direkt nach der Aufnahme bei Rotlicht in die Entwickler-Wanne legen und ein paar Minuten später schon zum Trocknen aufhängen; und weil es (wenn man PE-„Papier“ benutzt) auch viel schneller trocknet als ein Planfilm, hat man im Nullkommanix ein weiter­verarbeit­bares Ergebnis in der Hand.

Zu beachten ist dabei lediglich, dass Fotopapier einen geringeren Kontrast­umfang wiedergeben kann als der klassische SW-Film; Landschaft bei Sonnen­schein mit schattigem Vorder­grund und Schäfchen­wolken auf Weitwinkel wird nix, da kannste noch so doll filtern. Aber bei geeigneten Bedin­gungen (trübes Licht, Fotostudio mit kontrol­lierbaren Kontrasten) lässt sich damit prima arbeiten. Und als Kollateral­nutzen kostet es auch nur den Bruchteil einer Aufnahme auf Planfilm.

DIY-Verdrehsicherung fürs Fotostativ

Wer gelegentlich auf dem Stativ befestigtes schweres Fotogerät durch die Gegend zu tragen hat, kennt das Problem: Die Verbindung zwischen Kamera und Stativkopf bzw. Schnellwechselplatte besteht nur aus einer einzigen Schraube (1/4 oder 3/8 Zoll), und wenn man sich das Ensemble rasch über die Schulter schwingt, ist die Ausrüstung hinterher völlig verdreht und lose geruckelt.

Dafür gibt es durchaus findige Lösungsansätze; aber die kommen meist als Maßanfertigungen aus US-Garagenfirmen, sind aberwitzig teuer und üblicherweise nur mit ebensolchen Stativköpfen kompatibel. Wenn man stattdessen ein beliebiges Schnellwechselsystem hat, das Platz für mehr als eine Schraube zur Stativschelle der Kamera oder des Objektivs hin bietet, kann man stattdessen mit sehr überschaubarem Aufwand selbst was basteln.

(Obligatorischer Hinweis an dieser Stelle: Die folgende Prozedur ist nicht geeignet, den Wiederverkaufswert der Kameraausrüstung bei Sammlern zu steigern.)

Benötigt wird ein Gewindeschneider nebst passendem Kernlochbohrer – ich verwende M4 und 3,3mm. Damit schneide ich in geeignetem Abstand neben dem Original-Stativgewinde ein weiteres Gewinde ins Metall und fixiere entsprechend mit einer M4-Schraube.

Das bewährt sich bei mir prima z.B. an der Stativschelle eines langen Teleobjektivs oder dem Bankhalter der Fachkamera. (Mein aktuell bevorzugter Typus, die Holzkamera, erlaubt es demgegenüber, die Wechselplatte direkt doppelt anzuschrauben.) Natürlich dürfte so ein Gewinde nicht so entspannt auf ständiges Rein- und Rausschrauben reagieren wie ein originales, aber dafür hat man ja die vergleichsweise preisgünstigen Wechselplatten – damit die dauerhaft montiert bleiben können …

Unverhofft kompatibel

Vor einiger Zeit fand ich in einer Trödelhalle dieses unscheinbare Behältnis mit Aufschrift Braun Nürnberg,

dessen Inhalt sich als Aufsteck-Halter für Farbfilter entpuppte; je ein gelbes, orangefarbenes, grünes und klares Scheibchen waren dabei.

Zwar habe ich trotz mittlerweile fast musealem Umfang meiner Sammlung historischer Kameras noch keine, die unmittelbar etwas mit der 32-mm-Aufsteckfassung anfangen kann, weshalb ich ursprünglich vorhatte, mir damit für eine der Lochkameras was zu basteln. Aber die Halterung ist zweiteilig mit Schraubgewinde,

und das hat das freundliche Maß 30,5mm. Damit passt es perfekt auf die Rollei 35:

Schöne Sache, das. Die Rollei habe ich sowieso sehr gern, weil ihr knackscharfes 40er einen für viele Zwecke idealen Bildwinkel hat und die Kamera nicht halb so viel Raum in der Tasche einnimmt wie z.B. die M4P (mehr über die Rollei 35 nebenan bei Josef Tröszter). Und mit gleich drei Farbfiltern – für in diesem Fall einen einstelligen Eurobetrag – ist das Schnuckelchen für Schwarzweiß jetzt ideal ausgestattet.