Zum Jahresbeginn hat in meiner kleinen Werkstatt ein neuer Mitarbeiter angeheuert:


Und zwar ist es der Kollege links im Bild, neben dem sich der bis dahin ziemlich stolze 6×6-Vergrößerer plötzlich etwas mickrig vorkommt*. Der US-Amerikaner des Baujahrs 1948 kann nämlich unter seinem massigen Kopf mit den vier Kaltlichtleuchten

sogar 13×18-Negative aufnehmen.

Dafür benötigt man allerdings Negativhalter, die in meinem Päckchen nicht enthalten waren. Deshalb habe ich mit 18×24-Klarglasscheiben welche improvisiert:

Eine Glasscheibe drunter ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, was Staub und Schärfe angeht, aber bevor ich jetzt noch anfange, in die Metallverarbeitung einzusteigen, will ich lieber möglichst bald mit dem Vergrößern anfangen.

A propos Schärfe: Was man bei einem fast 70 Jahre alten Gerät nicht erwartet – es hat Autofokus. Keinen Phasendetektor, überhaupt nichts Elektrisches, sondern der Balgen für die Fokussierung ist über eine Steuerkurve und eine kleine Schnecke

an die Höhenverstellung auf der Säule gekoppelt; ein extrem raffiniertes Prinzip.
Dadurch ergibt sich allerdings zwangsläufig, dass man beim Einsatz unterschiedlicher Vergrößerungsobjektive jeweils für die Brennweite normierte Tuben (und angepasste Steuerkurven) benötigt:


Bei meinem Gerät lag ein ziemlich großes, schweres 210er Objektiv dabei, für das der einzige mitgelieferte Tubus leider etwas zu kurz ist. Statt nun wacklig nach außen anzubauen, habe ich mich dazu entschlossen, im Innern des Tubus einen Anschluss für ein weniger lichtstarkes, aber schön kleines 150er zu montieren – das sich in einem gut sortierten Fotografenhaushalt natürlich jederzeit findet 😉


In dieser Kombination lässt sich das Negativ zwar auch nicht scharf auf die Grundplatte projizieren, aber nun lässt sich das Problem dadurch lösen, dass ich den Vergrößerungsrahmen um 20 Zentimeter aufbocke. (Der „Autofokus“ funktioniert natürlich auch nicht mehr, weil es die falsche Steuerkurve ist, ich muss also beim Verändern des Abbildungsmaßstabs von Hand nachfokussieren.) Aber weil ich den Vergrößerer mit seiner 1-Meter-30-Säule sehr tief aufstellen musste, wird durchs Aufbocken auch meine Arbeitshaltung wieder rückenfreundlicher – insgesamt ist es also durch meine improvisierten Umbauten eher besser geworden 🙂

Fortsetzung folgt, sobald erste Vergrößerungen vorzeigbar sind …

*der „Kleine“ muss sich aber keine Sorgen machen – er wird weiterhin genug zu tun bekommen

Ein alter Neuer im Fotolabor

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